Kinderwunsch loslassen, ohne aufzugeben: Was innerer Frieden wirklich bedeutet
Vielleicht hast du diesen Satz schon einmal gehört: Du musst einfach loslassen. Von einer Freundin, aus der Familie oder irgendwo im Internet. Und vielleicht hast du dich dabei gefragt: Wie soll ich meinen Kinderwunsch loslassen, wenn ich mir doch nichts sehnlicher wünsche als ein Kind?
Denn Loslassen klingt schnell nach Aufgeben. Nach Abschied. Danach, nicht mehr hoffen zu dürfen oder sich damit abfinden zu müssen, dass es vielleicht nicht klappt. Aber vielleicht geht es gar nicht darum, deinen Kinderwunsch loszulassen.
Vielleicht geht es vielmehr um all das, was sich mit der Zeit um diesen Wunsch herum angesammelt hat: den Druck, alles richtig machen zu müssen. Das ständige Kontrollieren. Die Suche nach Antworten. Die Verantwortung, die du für etwas übernommen hast, das sich nicht vollständig beeinflussen lässt.
Merke:
Du kannst dir weiterhin von Herzen ein Kind wünschen und gleichzeitig etwas von diesem inneren Druck loslassen.
Du kannst weiter hoffen, Behandlungen fortsetzen und Pläne machen. Und trotzdem schauen, wo du nicht mehr ganz so festhalten möchtest. In diesem Artikel schauen wir deshalb darauf, was Loslassen im Kinderwunsch wirklich bedeuten kann, warum es gerade bei einem unerfüllten Kinderwunsch so schwerfällt und wie du zwischen Hoffnung und Ungewissheit wieder etwas mehr inneren Frieden finden kannst.
Was „Kinderwunsch loslassen“ nicht bedeutet
Wenn du schon länger mit einem unerfüllten Kinderwunsch lebst, kann allein das Wort Loslassen etwas in dir auslösen. Vielleicht denkst du sofort: Aber ich will doch noch nicht aufgeben. Das musst du auch nicht.
Du musst deinen Kinderwunsch nicht aufgeben
Loslassen heisst nicht, dass du plötzlich kein Kind mehr möchtest. Du musst deshalb keine Behandlung abbrechen. Du musst nicht weniger traurig sein, wenn deine Periode kommt. Und du musst auch nicht so tun, als wäre dir das Ergebnis egal. Vor allem musst du deinen Kinderwunsch nicht „richtig loslassen“, damit es endlich klappt. Vielleicht hilft eine andere Sichtweise:
Nicht dein Wunsch muss kleiner werden. Aber manches, was du inzwischen zusätzlich mit ihm trägst, darf leichter werden.
Zum Beispiel der Anspruch, alles richtig machen zu müssen. Oder die Vorstellung, deinen Körper nur aufmerksam genug beobachten zu müssen, um endlich Sicherheit zu bekommen. Vielleicht auch die Verantwortung für ein Ergebnis, das eben nicht vollständig in deiner Hand liegt. Dein Wunsch darf bleiben. Aber du musst nicht alles festhalten, was sich im Laufe der Zeit um ihn herum angesammelt hat.
Warum „Du musst einfach loslassen“ zusätzlichen Druck machen kann
Gerade deshalb kann dieser gut gemeinte Rat so wehtun. Denn vielleicht hörst du darin etwas ganz anderes:
Du hältst zu sehr fest.
Du willst es zu sehr.
Vielleicht klappt es deshalb nicht.
Und schon wird Loslassen zur nächsten Aufgabe. Nach Zyklusbeobachtung, Arztterminen, Ernährung, Nahrungsergänzung und all den anderen Dingen sollst du jetzt auch noch die richtige innere Haltung hinbekommen. Das fühlt sich nicht nach Entlastung an. Sondern nach noch einem Punkt auf einer ohnehin schon langen Liste.
Ähnlich kann es mit dem Satz „Du musst dich einfach entspannen“ sein. Warum solche Ratschläge im Kinderwunsch zusätzlichen Druck machen können, liest du in Kinderwunsch und Stress: Warum „Du musst nur entspannen“ so weh tun kann.
Warum Loslassen im Kinderwunsch so schwer sein kann
Wenn dir etwas nicht besonders wichtig ist, kannst du es wahrscheinlich leichter lockerlassen. Beim Kinderwunsch sieht das anders aus. Hier geht es vielleicht um eine Zukunft, die du dir schon lange vorgestellt hast. Um Familie. Um deinen Körper. Um deine Partnerschaft. Vielleicht auch um ein Bild davon, wie du dachtest, dass dein Leben einmal aussehen würde. Und ausgerechnet das Entscheidende kannst du nicht vollständig beeinflussen.
Wenn Kontrolle ein Gefühl von Sicherheit gibt
Vielleicht beobachtest du deinen Zyklus sehr genau. Du achtest auf jedes Ziehen und jede Veränderung deines Körpers. Du recherchierst, vergleichst Nahrungsergänzungsmittel oder liest abends doch noch Erfahrungsberichte, obwohl du eigentlich längst schlafen wolltest. Vor einem Termin gehst du mögliche Ergebnisse im Kopf durch. Danach überlegst du, ob du die richtigen Fragen gestellt hast.
All das kann dir zumindest für einen Moment das Gefühl geben, nicht ganz so ausgeliefert zu sein. Wenn du weisst, wann dein Eisprung sein könnte, was beim nächsten Termin passiert oder welche Möglichkeiten danach bestehen, fühlt sich die Situation vielleicht ein kleines bisschen planbarer an. Daran ist erst einmal nichts falsch. Schwierig wird es, wenn sich irgendwann der Gedanke einschleicht:
Wenn ich nur aufmerksam genug bin und alles richtig mache, kann ich vielleicht verhindern, dass ich wieder enttäuscht werde.
Aber genau diese Sicherheit gibt es im Kinderwunsch oft nicht. Und das auszuhalten ist schwer.
Das Schwierige an der Ungewissheit
Wann werde ich schwanger?
Wird die nächste Behandlung funktionieren?
Wie lange dauert das noch?
Was machen wir, wenn es wieder nicht klappt?
Auf viele dieser Fragen gibt es heute noch keine Antwort. Dein Kopf versucht vielleicht trotzdem, eine zu finden. Er plant voraus, rechnet Möglichkeiten durch und kehrt immer wieder zu denselben Gedanken zurück. Wenn du merkst, dass dein Kopf den Kinderwunsch inzwischen rund um die Uhr mitdenkt, steckt dahinter oft eine enorme mentale Belastung. In Mental Load im Kinderwunsch: Warum dein Kopf nicht mehr zur Ruhe kommt und wie du aussteigst geht es genau um diesen Teil deines Kinderwunsch-Alltags.
Beim Loslassen geht es um etwas anderes. Vielleicht kannst du dich einmal fragen: Was muss ich gerade wirklich festhalten und was halte ich fest, weil es so schwer ist, nicht zu wissen, wie es weitergeht?
Was du im Kinderwunsch wirklich loslassen kannst
Vielleicht hilft es, Loslassen nicht als eine grosse Entscheidung zu sehen. Du musst nicht eines Morgens aufwachen und plötzlich gelassen mit deinem Kinderwunsch umgehen. Es kann viel kleiner anfangen.
Den Anspruch, alles richtig machen zu müssen
Im Kinderwunsch gibt es unzählige Dinge, die du vermeintlich besser machen könntest. Mehr schlafen. Weniger Stress. Anders essen. Mehr bewegen. Weniger bewegen. Positiv denken. Vertrauen. Loslassen. Und wenn es wieder nicht geklappt hat, kommt vielleicht irgendwann die Frage:
Was habe ich falsch gemacht?
Es ist verständlich, dass du nach einer Erklärung suchst. Denn wenn du einen Grund findest, kannst du beim nächsten Mal vielleicht etwas anders machen. Zumindest fühlt es sich so an. Aber nicht alles liegt bei dir.
Merke:
Du kannst Verantwortung für das übernehmen, was tatsächlich in deinem Einfluss liegt. Du musst nicht die Verantwortung für das Ergebnis übernehmen.
Die Vorstellung, alles kontrollieren zu können
Du kannst einmal versuchen, zwei Fragen voneinander zu trennen:
Was kann ich beeinflussen?
Und was versuche ich gerade zu kontrollieren, obwohl es nicht in meiner Hand liegt?
Du kannst entscheiden, ob du einen Termin vereinbarst. Du kannst Fragen stellen, medizinische Empfehlungen abwägen und Entscheidungen treffen. Du kannst entscheiden, wem du von deinem Kinderwunsch erzählst und wann du eine Pause brauchst. Aber du kannst nicht jede Reaktion deines Körpers kontrollieren. Du kannst nicht garantieren, wie eine Behandlung ausgeht. Und du kannst nicht dafür sorgen, dass aus Hoffnung genau dann Gewissheit wird, wenn du sie brauchst. Das anzuerkennen kann erst einmal weh tun.
Gleichzeitig musst du dann vielleicht nicht mehr so viel Energie darauf verwenden, etwas unter Kontrolle zu bekommen, das nie vollständig in deiner Hand lag.
Der Kampf gegen deine Gefühle
Vielleicht versuchst du manchmal nicht nur die Situation zu kontrollieren, sondern auch deine Gefühle. Du möchtest nicht neidisch sein. Du möchtest dich über die Schwangerschaft deiner Freundin einfach freuen können. Du willst nicht schon wieder weinen, wenn deine Periode kommt. Oder du denkst, du solltest inzwischen besser mit all dem umgehen können. Doch zu einem schwierigen Gefühl kommt dann noch etwas dazu: der Kampf dagegen.
Aus „Ich bin traurig“ wird: „Warum bin ich schon wieder so traurig?“
Aus „Das tut weh“ wird: „Ich sollte mich doch für sie freuen können.“
Vielleicht kannst du genau dort ein wenig lockerlassen. Nicht indem du deine Gefühle wegmachst, sondern indem du aufhörst, dich für jedes schwierige Gefühl auch noch zu verurteilen. Wenn deine Gefühle zwischen Hoffnung, Angst, Wut und Enttäuschung stark schwanken, findest du in Gefühlschaos im Kinderwunsch: 7 Strategien für die emotionale Achterbahn konkrete Unterstützung für solche Momente.
Die Idee, dass dein Leben erst danach weitergeht
Wenn ich endlich schwanger bin, dann …
Dann buchst du die Reise. Dann beschäftigst du dich wieder mehr mit deinem Beruf. Dann machst du wieder langfristige Pläne. Dann kümmerst du dich um die Dinge, die dir eigentlich Freude machen.
Natürlich beeinflusst der Kinderwunsch manche Entscheidungen. Gerade während einer Behandlung kannst du nicht so tun, als gäbe es ihn nicht. Aber vielleicht bemerkst du irgendwann, dass immer mehr von deinem Leben auf später verschoben wird. Dann kann Loslassen auch bedeuten, die Vorstellung etwas zu lockern, dass dein richtiges Leben erst weitergehen darf, wenn dein Kinderwunsch erfüllt ist.
Wenn du das Gefühl hast, dass der Kinderwunsch inzwischen so viel Raum einnimmt, dass du dich selbst daneben kaum noch wahrnimmst, findest du in Unerfüllter Kinderwunsch: Wie du dich auf diesem Weg nicht selbst verlierst mehr dazu.
Loslassen im Kinderwunsch mit Hilfe von Ritualen
Loslassen ohne aufzugeben: Wie kann das im Alltag aussehen?
Vielleicht denkst du jetzt: Ich verstehe, was du meinst. Aber wie mache ich das denn? Du musst dir nicht vornehmen, ab morgen weniger festzuhalten. Versuch lieber erst einmal zu bemerken, was du gerade festhältst.
Zwischen Wunsch und Kontrolle unterscheiden
Diese beiden Sätze können dir dabei helfen:
Mein Wunsch: Ich wünsche mir von Herzen ein Kind.
Meine Kontrolle: Ich versuche sicherzustellen, dass dieser Wunsch erfüllt wird.
Der erste Satz darf bleiben. Du musst deinen Wunsch nicht kleiner machen.
Beim zweiten kannst du dich immer wieder fragen: Was davon liegt heute tatsächlich in meiner Hand? Vielleicht hast du für heute alles getan, was du tun kannst. Dann muss der Rest nicht für immer ungelöst bleiben. Aber vielleicht für diesen Abend.
Akzeptieren heisst nicht, es gut finden zu müssen
Akzeptanz klingt im Kinderwunsch schnell nach Kapitulation. Dann soll ich mich also einfach damit abfinden? So ist es nicht gemeint.
Du kannst deine momentane Situation anerkennen und sie gleichzeitig schrecklich finden. Du kannst sagen:
Ich wünschte, es wäre anders. Und gleichzeitig ist das gerade die Situation, in der ich bin.
Diese beiden Dinge widersprechen sich nicht. Du musst dir nicht einreden, dass alles einen Sinn hat. Du musst nicht dankbar für diese Erfahrung sein. Und du musst auch nicht denken: Dann soll es wohl so sein.
Vielleicht bedeutet innerer Frieden im Kinderwunsch viel weniger, als wir manchmal daraus machen. Nicht mehr ständig mit dir selbst darüber zu kämpfen, dass dein Leben gerade anders aussieht, als du es dir gewünscht hast, kann schon ein Anfang sein.
Kleine Räume, in denen der Kinderwunsch nicht alles bestimmt
Auch Loslassen muss nicht für immer sein. Vielleicht entscheidest du nicht: Ab jetzt denke ich weniger an meinen Kinderwunsch. Sondern: Heute Abend google ich nichts mehr dazu.
Oder:
Bei diesem Treffen möchte ich einmal nicht über den nächsten Behandlungsschritt sprechen.
Vielleicht nimmst du ein altes Hobby wieder auf, planst einen Ausflug oder machst etwas, das überhaupt nichts mit Kinderwunsch oder Selbstfürsorge zu tun hat. Einfach, weil du Lust darauf hast. Dein Kinderwunsch verschwindet dadurch nicht. Aber für einen Moment muss er nicht alles bestimmen.
Innerer Frieden bedeutet nicht, dass es nicht mehr weh tut
Auch wenn du lernst, an manchen Stellen etwas lockerer zu lassen, wird es weiterhin schwierige Tage geben. Ein negativer Schwangerschaftstest kann wehtun. Vielleicht bist du nervös vor einer Untersuchung. Vielleicht trifft dich eine Schwangerschaftsverkündung an einem Tag besonders hart. Und vielleicht gibt es einen Zyklus, in dem du wieder viel stärker hoffst, obwohl du dir vorgenommen hattest, dich diesmal ein bisschen zu schützen.
Das heisst nicht, dass du wieder am Anfang stehst. Du kannst akzeptieren, was heute ist, und dir trotzdem wünschen, dass es morgen anders wird. Du kannst einen schönen Abend haben und später trotzdem traurig sein. Du kannst Hoffnung haben und gleichzeitig Angst davor, wieder enttäuscht zu werden. All das kann nebeneinander existieren.
Innerer Frieden muss nicht bedeuten: Es tut mir nicht mehr weh.
Vielleicht bedeutet er eher: Es tut weh. Aber ich muss deshalb nicht auch noch gegen mich selbst kämpfen.
Wenn Loslassen gerade überhaupt nicht funktioniert
Vielleicht verstehst du all das im Kopf längst. Und trotzdem kontrollierst du deinen Zyklus. Du weisst, dass Googeln dir keine Gewissheit gibt, und greifst abends doch wieder zum Handy. Du möchtest einen schönen Abend verbringen, aber deine Gedanken springen immer wieder zurück zum Kinderwunsch. Oder du sitzt eigentlich ruhig auf dem Sofa und merkst, dass dein Körper trotzdem angespannt bleibt.
Dann ist das kein Beweis dafür, dass du einfach nicht loslassen kannst. Vielleicht ist gerade schlicht sehr viel. Wenn du vor allem merkst, dass dein Körper kaum aus dieser Anspannung herausfindet, kann es hilfreich sein zu verstehen, was dabei in deinem Nervensystem passiert. In Kinderwunsch und Nervensystem: Warum du dich ständig angespannt fühlst und was dir Halt geben kann erkläre ich dir die Zusammenhänge genauer – ohne daraus die nächste Aufgabe zu machen, die du erfüllen musst.
Ein kleiner Schritt zurück zu dir
Du musst heute keine grosse Entscheidung treffen. Vielleicht reicht eine einzige Frage: Was halte ich gerade fest, obwohl es mich viel Kraft kostet?
Vielleicht ist es ein Gedanke, den du zum hundertsten Mal durchgehst. Eine Erwartung an dich selbst. Der Versuch, schon heute eine Antwort auf etwas zu finden, das du heute noch gar nicht wissen kannst. Oder der Anspruch, endlich besser mit deinem Kinderwunsch umgehen zu müssen. Du musst darauf nicht sofort eine Antwort haben. Manchmal hilft es schon, die Gedanken einmal aus dem Kopf herauszuholen und ihnen einen Platz zu geben.
Genau dafür habe ich mein Journal „Zurück zu dir“ entwickelt. Es gibt dir mit sanften Fragen und Impulsen Raum, deine Gedanken und Gefühle zu sortieren und wieder wahrzunehmen, was du inmitten des Kinderwunsches eigentlich brauchst - ohne Kosten.
Nicht, damit du endlich richtig loslässt. Sondern damit du zwischendurch wieder ein kleines Stück bei dir ankommen kannst.
Du musst das nicht alles mit dir selbst ausmachen
Vielleicht trägst du vieles schon lange alleine. Du möchtest dein Umfeld nicht ständig mit dem Kinderwunsch belasten. Oder du hast erlebt, dass andere schnell mit Lösungen kommen, obwohl du eigentlich gar keine brauchst. Vielleicht möchtest du einfach einmal sagen können: Heute ist es schwer. Ohne erklären zu müssen, warum. Ohne einen gut gemeinten Rat zu bekommen. Und ohne dich zusammenreissen zu müssen.
Genau dafür gibt es meinen Frauenkreis. Dort triffst du andere Frauen, die wissen, wie viel ein unerfüllter Kinderwunsch innerlich bewegen kann. Du musst dort nichts schönreden und auch nicht schon wissen, wie du mit all dem umgehen möchtest.
Mehr über den Frauenkreis erfahren
Manches wird nicht leichter, weil wir endlich die perfekte innere Haltung finden. Manches wird leichter, weil wir es nicht mehr alleine tragen.
Vielleicht musst du deinen Kinderwunsch gar nicht loslassen
Wenn du nach „Kinderwunsch loslassen“ gesucht hast, weil du glaubst, du müsstest endlich weniger wollen, weniger hoffen oder besser mit deiner Situation umgehen können, dann möchte ich dir vor allem eines mitgeben: Dein Kinderwunsch ist nicht das Problem, das du loslassen musst. Vielleicht sind es andere Dinge, die mit der Zeit schwer geworden sind.
Der Anspruch, alles richtig machen zu müssen.
Die Verantwortung für ein Ergebnis, das nicht vollständig in deiner Hand liegt.
Der Versuch, jede Unsicherheit irgendwie unter Kontrolle zu bekommen.
Die Härte, mit der du manchmal auf deine eigenen Gefühle reagierst.
Du musst nicht alles davon heute loslassen. Vielleicht bemerkst du erst einmal nur, wo du besonders festhältst. Und vielleicht gibt es dort irgendwann ein kleines bisschen mehr Raum. Für dich. Für dein Leben. Für einen Abend, an dem nicht alles um den nächsten Zyklus kreist.
Dein Kinderwunsch darf bleiben. Und dein Leben darf trotzdem heute schon stattfinden.